Hallo Wunstorf! Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, haben wir letzten Samstag in Wunstorf unter dem Motto „Wohnwelt stockt auf – Soziokultur statt Kontrolle“ mit ca. 80 Genoss_Innnen für die Rückgabe der oberen Etage der Wohnwelt demonstriert. Bei guter und lauter Stimmung haben wir auf unsere Forderungen aufmerksam gemacht: Statt uns zu kontrollieren und einzuschränken, soll die Stadt unsere Räume wieder für unbürokratische, unkommerzielle Soziokultur unter unserer Verwaltung freigeben!
Leider wurde das Bild unserer gewaltfreien Demonstration vom Verhalten von Ordnungsamt und Polizei getrübt: Bereits im Vorfeld wurde die Privatsphäre der Anmelderin verletzt, indem sie auf einer Nummer angerufen wurde, die das Ordnungsamt weder auf der Anmeldung noch im Telefonbuch finden konnte. Außerdem wurde vor dem Start der Demo erfolglos versucht, uns die Nutzung unseres Lautsprecherwagens mit der falschen Behauptung, dieser müsse angemeldet werden, zu verwehren.
Endgültig entrüstet hat uns die Drohung des Einsatzleiters der Polizei, unsere Versammlung aufzulösen, würden wir den Redebeitrag über Flüchtlingspolitik nicht unterbrechen. Begründet wurde dies mit einem angeblich fehlenden Zusammenhang.
Einerseits sehen wir in unseren antirassistisch motivierten Bemühungen, Asylpolitik zu thematisieren – beispielsweise durch eine Ausstellung und einen Vortrag letzte Woche – durchaus ein Argument, warum Räume, die allen zugänglich sein sollen, besser in unserer Verwaltung wären.
Andererseits erachten wir eine solche Drohung in genau diesem Zusammenhang als Dreistigkeit sondergleichen. Die Polizei ist nicht nur struktureller Bestandteil von Inhaftierungen und Abschiebungen von Menschen, deren einziges „Verbrechen“ die Flucht ist. Sie fällt auch immer wieder durch rassistisch motivierte Kontrollen, Gewalt und Mord auf.
Wir werden uns weder den Mund verbieten noch einschüchtern lassen, sondern immer weiter kämpfen! Nicht nur für unsere Räume, die wir wieder vollständig selbstverwaltet nutzen wollen, sondern auch für unsere Werte, mit denen wir diese Räume füllen wollen:
Wir wünschen uns eine Gesellschaft, die ohne Hierarchien, Unterdrückung und Ausgrenzung auskommt!